Glaube, Mindset, Persönlich
Kommentare 2

Mein Jahr des Ausmistens

Vor etwa einem Jahr hat es mich gepackt: Ich bin auf Annes Blog Kleineweggedanken auf ein Video von The Minimal Mom gestoßen. Sie berichtet auf ihrem YouTube Kanal von ihrem minimalistischen Lebensstil. Sie erzählt, wie sie es nie geschafft hat alles ordentlich zu halten, weil es einfach zu viele Sachen waren – bis sie ausgemistet hat. Seitdem ist es leicht das Haus ordentlich zu halten und sie hat viel mehr Raum für die Sachen, die ihr wichtig sind. Das wollte ich auch. Ich war gerade mittendrin im Chaos der Kleinkindphase. Ich wollte so viel mehr als ich konnte. Also fing ich an: jeden Tag 10-15 Minuten ausmisten.

Ein Jahr später

Ich bin noch längst nicht fertig, aber es ist schon so ein Gefühl von Leichtigkeit eingezogen. Und noch etwas anderes ist passiert: Mein Denken verändert sich. Mir fällt immer mehr auf, wie der Überfluss in dem wir leben uns beschäftigt und ablenkt. Ich frage mich immer mehr: Was brauchen wir wirklich?

Ganz besonders hat mich das auch in der Weihnachtszeit beschäftig. Die Zeit in der es so viel zu tun und zu kaufen gibt, weil Weihnachten ist. Dabei sehne ich mich doch nach einer ruhigen, besinnlichen, bedeutungsvollen Zeit. Deshalb habe ich im Dezember noch etwas ganz anderes zumindest zeitweise mal „ausgemistet“: ich habe eine Instagrampause gemacht. Ich wollte mehr Ruhe und ich wollte mehr Zeit für Begegnung mit Gott.

Adventskranz

Wie das mit der Ruhe geklappt hat

Die Realität hieß dann aber krank sein, kranke Kinder, wenig Zeit für mich und wenig Zeit für Gott. Aber Ruhe, die gab es in all dem doch irgendwie. Denn eine zeitlang konnten ich eigentlich nur auf dem Sofa mit den Kids Bücher lesen und der Alltag drum rum blieb stehen. Und auch wenn ich trotz der Instagrampause nicht mehr Zeit mit Gott hatte, ist es ruhiger in mir geworden.

Und dann sitze ich da im Weihnachtsgottesdienst – hinten in der Kinderspielecke. Während ich nur kleine Fetzen vom Gottesdienst mitbekomme, spüre ich eine Ruhe und Dankbarkeit in mir. Als die Gemeinde irgendein Weihnachtsloblied singt, stimmt mein Herz kurz mit ein. Hier sitze ich aus Liebe zu meinen Kindern und mir wird bewusst, dass ich ihnen so gerade meine Liebe zeigen kann und was könnte ich an Weihnachten besseres tun, als ihnen zu zeigen, dass sie unendlich geliebt sind. Ich dachte ich begegne Gott in der Stille allein mit ihm oder auch in der Weihnachtspredigt. Aber stattdessen begegnet er mir in der Kinderspielecke beim Spielen mit meinen Kindern. Ob das was mit dem Ausmisten zu tun hat? Ich weiß es ich nicht. Aber ich weiß, dass ich früher so viele Vorstellungen davon hatte, wie alles sein sollte, dass ich diese Gelassenheit nicht immer hatte.

Mein Fazit

Auch wenn ich nicht weiß, ob ich diesen Moment, diese innere Ruhe und Dankbarkeit auch ohne Instagrampause und ohne Ausmisten erlebt hätte, bleiben mir zwei Dinge hängen:

Erstens wenn ich nach Gott suche begegnet er mir. Möglicherweise aber anders als ich es dachte. Und er begegnet mir auch mitten in dem, was mein Leben gerade ausmacht.

Zweitens fühlt sich Ausmisten ziemlich gut an – sowohl Dinge als auch Ablenkung. Es trägt definitiv auch zu mehr Ruhe und Leichtigkeit bei. Und es hat ein Umdenken in mir angestoßen, womit ich mein Leben füllen will. Also werde ich damit weiter machen. Und ich möchte meinen Fokus darauf richten, was ist es denn was wirklich zählt. Doch dazu mehr im Januar.

Erzähl mir doch gern auch deine Erfahrungen mit dem Ausmisten!

Liebe Grüße

Hannah

2 Kommentare

  1. Judith sagt

    Liebe Hannah,
    fühle so sehr, was du schreibst! Auch wenn ich „nur“ die Detox- Challenge von Sem mitgemacht habe (Weihnachten bis Silvester) tat es einerseits gut. Andererseits geht’s mir auch so, dass ich mit den Kids, die auch vor Weihnachten eeeewig krank waren, kaum eine richtige Ruhepause habe…
    Und auch das praktische Ausmisten ist mir zum steten Begleiter geworden. Bei 7 Personen auf 100qm wird es sonst schnell ungemütlich… Auch wenn es echt eine Herausforderung ist, immer wieder zu entscheiden, was brauchen wir noch, was macht uns glücklich und was ist dabei mit Nachhaltigkeit…?
    Liebe Grüße und danke fürs Teilen deiner Gedanken,
    Judith

    • Hannah Rentschler sagt

      Liebe Judith,
      Detox-Challenge klingt auch gut!
      Ich glaub das mit dem Kranksein ging wahrscheinlich fast jeder Familie in den letzten Wochen so. Mir hat die Erfahrung echt noch mal gut getan, indem sie mich erinnert hat, dass mich Gott eben in all dem sieht wo ich drinstecke und eben auch zu mir kommt um mir zu begegnen. Grade fällt mir auf, dass das ja eigentlich die Weihnachtsbotschaft ist. Und passt da nicht auch die neue Jahreslosung dazu?
      Und zur Nachhaltigkeit passt ausmisten in so weit würde ich sagen, wenn wir dahin kommen gar nicht mehr so viel anzuhäufen. Das wäre auch noch mein Ziel
      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert