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Mein Missverständnis mit der Dankbarkeit

Dankbarkeit Blume

Ich saß im Auto, auf dem Heimweg von einem Wochenendtripp. Und ich ärgerte mich – worüber, das weiß ich heute nicht mehr. Dann im nächsten Moment dachte ich an die schönen Dinge an diesem Wochenende. Und auf einmal wurde mir bewusst: ich kann mich jetzt über die blöden Dinge ärgern oder ich kann mich über die schönen Dinge freuen und dankbar sein. Es ist meine Entscheidung. Als ich dann die blöden und guten Dinge so nebeneinander sah, entschied ich mich, mich zu freuen und dankbar zu sein und dabei wurden all das Blöde einfach unwichtig.

Was mich an der Dankbarkeit gehindert hat

Kennt ihr diese Tipps wie: Schreibe jeden Tag 10 Dinge auf, für die du dankbar bist? Ich fand so was immer blöd. Denn ich bin der Meinung, Dinge wie Dankbarkeit müssen von Herzen kommen. Und sie einfach nur aufzuschreiben – quasi aus Prinzip – war für mich eher etwas, wie eine leere Form, eine Regel, der ich nichts abgewinnen konnte.

Wenn ich so zurück schaue, merke ich, dass ich ein nicht so wahnsinnig dankbarer Mensch war. Ich hab mich oft über Dinge geärgert. Und dieser Ärger hat so viel anderes aufgefressen. Es gab auch immer wieder wirklich blöde und ärgerliche Dinge. Aber es gab auch die guten, schönen Dinge, die durch meinen Ärger verdrängt wurden.

Ich bin bis heute so unglaublich froh über diesen Tag im Auto, an dem mir klar wurde: Ich kann mich freuen und dankbar sein oder mich ärgern. Es ist meine Entscheidung, worauf ich meinen Fokus setze. Seit diesem Tag verstehe ich, die Idee von „schreibe jeden Abend 10 Dinge auf…“

Den Blick ausrichten

Wenn ich jetzt, die Dinge aufschreibe, für die ich dankbar bin, mache ich es nicht aus Prinzip, sondern von Herzen. Denn ich habe den Sinn dahinter verstanden: Es gibt so viele große und kleine gute Dinge in meinem Leben und die habe ich so oft einfach übersehen – nicht wahrgenommen – vielleicht sogar völlig ignoriert. Ich war mit anderen Dingen beschäftigt: Mit unerfüllten Wünschen, ärgerlichen Ereignissen, Überforderung, Stress, Streben nach Perfektionismus, und und und. Und dabei habe ich all das Gute einfach vergessen.

Heute heißt Dankbarkeit für mich, an all die guten Dinge zu denken, danke zu sagen und mich zu freuen. Deshalb habe ich angefagen, die Dinge für die ich dankbar bin aufzuschreiben. Ich schreibe sie in ein Gebet an Gott, denn ich bin der Überzeugung, dass ich sie ihm verdanke.

Dankbarkeit Flatlay

Das Gesamtbild in den Blick nehmen

Und ich merke, wie es mich verändert. Ich bin dankbarer und zufriedener. Meine Blickrichtung hat sich geändert. Und wenn ich so darüber nachdenke, fühle ich mich schlecht über all die Momente, in denen ich all das Gute einfach vergessen habe, in denen ich mich bei Gott nur beschwert habe. Ich stelle mir vor, wie das für ihn sein muss: Er schenkt mir so viele tolle Dinge und alles was er von mir hört ist: „Das ist nicht gut und das ist blöd …“

Damit will ich gar nicht sagen, dass wir nicht klagen, bitten oder uns ärgern sollen. Ich schreibe auch meine Klage, meine Bitte, meinen Ärger, alles was mich belastet weiterhin in meinem Gebet an Gott. Manche Sachen sind einfach nicht gut. Aber ich will aufhören nur diese Dinge in den Fokus zu nehmen.

Nicht immer fällt mir die Sache mit der Dankbarkeit leicht. An an manchen Tagen danke ich nur für so etwas, wie „Dach überm Kopf“ und „Essen“, während meine Bitte und Klage ewig lang ist. An anderen fällt es mir leicht und ich komme aus dem Danken nicht mehr heraus. Es verändert meinen Blick. Es verändert meine Beziehung zu Gott. Es verändert mich.

Deshalb kann ich dir nur weiterempfehlen: Sag mal Danke für die guten Dinge im Leben!

Ich freu mich in den Kommentaren von dir zu hören: Wie gehts dir mit der Dankbarkeit? Wie stehst du so zum Aufschreiben? Hast du es schon mal ausprobiert? Was macht dich dankbar? Wem bist du dankbar?

Viele Grüße

Hannah

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