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Einladung zum Fokus Kongress

Ich dachte ich hätte meinen Fokus verloren

„Kann ich gerade wirklich über das Thema Fokus sprechen?“ – Das hab ich mich gefragt, als Ende letzten Jahres die Anfrage kam, ob ich als Sprecherin beim Fokus Kongress dabei sein möchte. Ich hätte einiges dazu zu sagen, ich habe auch schon oft darüber gesprochen, aber gerade jetzt hatte ich meinen Fokus ziemlich verloren.

Ich schaute genauer hin

Ich ging in mich und schaute nochmal genauer hin. Zuerst wurde mir klar, dass ich vergessen hatte, Prioritäten zu setzen, worüber ich hier schon geschrieben habe. Und noch etwas fiel mir rückblickend auf: Obwohl ich gerade nicht hinterherkam mit all den Anforderungen unseres Alltags, so hatte ich doch den Fokus nicht ganz verloren. Ich hatte mich ziemlich intensiv damit auseinandergesetzt, was mein inneres Warum – mein innerer Antrieb – im Leben ist. Und das hatte mir geholfen, mich nicht komplett zu verlieren. Und dieses innere Warum hilft mir nun auch, meine Prioritäten zu setzen und meinen Fokus wiederzufinden.

Und dann war da noch etwas, das gerade in den herausfordernden Zeiten besonders in meinen Fokus gerückt war: Gottes Gnade. Denn gerade dann, wenn ich nicht so wirklich weiter wusste, spürte ich seine Gnade. Ich werde nicht tiefer fallen als in seine Gnade.

Jede Menge Strategien für mehr Fokus

Und so habe ich zugesagt und über all das bei meinem Interview für den Fokus Kongress mit Dorothea Fiedler gesprochen. Wenn du das ganze Interview hören möchtest, möchte ich dich herzlich einladen dich kostenlos zum Fokuskongress anzumelden.

Ich selbst bin auch schon sehr gespannt auf den Kongress und freu mich auch auf die anderen SprecherInnen, denn ich denke da werde ich noch viel Praktisches für meinen Fokus im Alltag dazu lernen. Im Kongress liegt der Fokus auf den Lebensbereichen, die uns tagtäglich beschäftigen und herausfordern:

  • Zeitmanagement: Wie du Prioritäten setzt, den Alltag entlastest und dich nicht mehr im To‑Do‑Dschungel verlierst.
  • Familienleben: wie du Werte statt Regeln etablierst und eure Familie ein Ort der Ruhe und Geborgenheit wird.  
  • Haushalt und Wohnen: Praktische Tools für mehr Struktur und Ordnung in deinem Zuhause.
  • Gedanken & Gefühle: Wege zu innerer Ruhe, Klarheit und Gelassenheit, auch wenn der Kopf – oder deine Kinder – gerade nicht stillstehen wollen.
  • Finanzen: praktische Tools für Überblick, Sicherheit und selbstbestimmten Umgang mit deinem Geld.

Prioritäten ist wie Zurückschneiden im Garten

Was mich der Garten über Prioritäten gelehrt hat

Und plötzlich war so vieles gewachsen. Nach einer langen Zeit voller Warten, war mein Leben auf einmal wie ein wild wachsender Garten. Unter anderem wuchsen drei kleine Kinder und entwickelten sich und ich war dabei zwei Selbstständigkeiten aufzubauen. Und dieses wachsende und blühende Leben hat mich so einiges über Prioritäten gelehrt.

Das Bild vom Garten

In dem Garten vor unserer Tür wachsen leckere Himbeeren. Jedes Jahr wachsen aus weit zurückgeschnittenen Pflanzen große Himbeersträucher mit vielen leckeren Himbeeren dran. Und jedes Jahr im Herbst, werden sie wieder knallhart zurückgeschnitten.

Als mir vor über einem Jahr bewusst wurde, wie viel in meinem Leben gewachsen war, hatte ich für einen Moment dieses Bild vom Zurückschneiden im Garten vor meinem inneren Auge. Nur um es dann sofort wieder weit weg zu schieben, denn nichts von all dem wollte ich irgendwie ausreißen oder zurückschneiden.

Und es „wucherte“ in meinem Lebensgarten

Ich redete mir ein, das schaffe ich schon irgendwie. Und ich schaffte irgendwie schon ganz schön viel, aber nicht so wie ich es wollte. Es fühlte sich ständig nach Hetzen und nicht hinterherkommen und ein bisschen zu sehr nach Überleben an. Und so kam auch hier das ganze Jahr 2025 kein einziger Beitrag. Das Jahr war voll – zu voll.

Was hatte ich eigentlich falsch gemacht? Ich machte mich auf die Suche und fand eine Antwort. Ich hatte vergessen Prioritäten zu setzen. Als ich den Gedanken an das Zurückschneiden in meinem „Lebensgarten“ weggeschoben hatte, hatte ich mich unbewusst gegen ein bewusstes Leben entschieden, in dem ich gut überlegte Prioritäten setze. Jetzt weiß ich, wieso das doch ganz schön wichtig gewesen wäre.

Was ich vom Garten gelernt habe

Zurückschneiden ist hart. Prioritäten setzen ist hart. Es ist immer auch ein Nein zu etwas anderem. Und manchmal entscheiden wir da nicht zwischen blöd und toll sondern zwischen wichtig und besonders wichtig.

Trotz allem heißt zurückschneiden aber nicht, dass ich die ganze Pflanze herausreißen muss. Ich konnte mir nicht vorstellen, irgendeinen Lebensbereich aufzugeben. Aber das hatte ich irgendwie falsch verstanden. Denn die Pflanzen werden ja nicht herausgerissen, sie werden zurückgeschnitten, um besser wachsen zu können.

Und eigentlich ist das mit dem Zurückschneiden doch ein gutes Bild fürs Prioritäten setzen. Wenn ich Prioritäten setze und das übrige „wegschneide“, dann schaffe ich Raum für gesundes Wachstum und gute Früchte.

Ich hab einen Schatz gefunden

Und langsam entdecke ich einen Schatz darin, Prioritäten und damit auch Grenzen zu setzen. Und auch wenn ich wünschte, ich hätte diesen Schatz schon vor einem Jahr gesehen, so hab ich doch aus diesem Jahr vielleicht mehr gelernt, als wenn alles rund gelaufen wäre.

Wie leicht fällt es dir Prioritäten zu setzen und was hilft dir dabei? Ich freu mich auf deine Gedanken in den Kommentaren!

Raus aus der Leistung 

Heute veröffentliche ich hier einen Artikel, den ich für die Joyce geschrieben habe und der in der Ausgabe Joyce (1/24) erschienen ist:

Die Worte ihrer Freundin halfen Hannah Rentschler all das „fromme Muss“ in ihrem Leben loszulassen. Und in ihr begann etwas zu heilen.

„Du musst keine Stille Zeit machen.“ Die Worte meiner Freundin trafen mich, denn es war das, wonach ich mich gerade sehnte und gleichzeitig widersprach es all meinen Überzeugungen. Ich konnte sie nicht mehr hören – all die Andachten, all das christliche Gerede. Ich war auf einem theologischen Seminar. Es gab jeden Tag eine Andacht. Gebetszeiten. Unterricht über die Bibel. Ich war überall dabei, versuchte alles zu erfüllen, was von mir erwartet wurde. Aber jetzt konnte ich das alles nicht mehr hören. 

Einfach mal loslassen

Die Worte meiner Freundin gaben mir, meinem selbst gemachten Druck und meinem schlechten Gewissen die Erlaubnis: Also gut, dann mache ich jetzt eben keine Stille Zeit mehr. Ohne ihre „Genehmigung“ hätte ich das nicht geschafft. Aber ich schätzte sie, vertraute ihr und ihrem Urteil. Ich brauchte sie, um loszulassen. All das „frommen Muss“ in meinem Leben loszulassen. Denn ich versuchte schon lange, all meine negativen Gefühle mit frommen Leistungen wegzudrücken. Und es klappte nicht mehr. Und als ich aufhörte mit dem frommen Leisten, kam all das hoch, was ich eigentlich nicht fühlen wollte. Da war Schmerz und da war Wut. Schmerz und Wut, die mich hinderten, zu Gott zu kommen. Ich fühlte mich wie ein trotziges Kind. So konnte ich nicht mehr mit Gott reden. Trotzdem wusste ich die ganze Zeit, dass er da war und auf mich wartete. Und es begann etwas zu heilen. 

Damals wusste ich nur, dass ich Abstand brauchte von Gott. Ich fühlte mich von ihm verletzt. Aber Gott war nicht derjenige gewesen, der mich verletzt hatte. Es war mein Bild von Gott. Es waren all die Lügen, die mir sein Gegenspieler tief ins Herz gelegt hatte. Mein Versuch mich zu verbiegen, um Gott zu gefallen. Und meine tiefe Überzeugung, dass ich für Gott nicht gut genug war. 

Die Lügen erkennen

All die Wut endlich rauszulassen gab mir auch die Gelegenheit zu bemerken, dass die Wut zwar begründet war, aber dass nicht Gott der Auslöser war. Gott war in vielen Dingen nicht der, für den ich ihn gehalten hatte. Ich dachte: „Gott erwartet von mir …“ und „Ich muss erst so und so sein, damit ich gut genug vor Gott bin.“ Und gleichzeitig habe ich gesagt: „Gott liebt mich.“ Nur passte das irgendwie nicht zusammen. Ich konnte Gottes Liebe nicht spüren, weil ich unbewusst nicht an einen liebenden, sondern einen fordernden Gott geglaubt habe. Und erst als ich aufhörte zu versuchen, gut genug für Gott zu sein, konnte ich diese Lebenslüge begreifen.

Es war so heilsam. Ich habe keine Stille Zeit mehr gemacht. Konnte nicht beten. Aber ich habe so stark wie nie gespürt, dass Gott da war und liebevoll auf mich gewartet hat. Mein Leben lang habe ich gekämpft, um okay für ihn zu sein. Um zu genügen. Und dann? Musste ich einfach gar nichts machen. Einfach sein. Und ich musste mich nicht verbiegen. Ich durfte all die Gefühle rauslassen, von denen ich dachte, dass sie nicht da sein durften. All die Verletzungen, die mein falsches Gottesbild hinterlassen hatte, durften heilen. Es tat weh. Und es tat gut. Endlich durfte ich fühlen, was ich fühlte. Musste nichts mehr unterdrücken. Ich durfte loslassen und die Welt ist nicht zusammengebrochen. Nein, ich durfte heilen. 

Das Problem mit der Liebe

Mein Problem, das ich mit der Liebe Gottes hatte, sehe ich heute immer wieder: Wir wissen: Gott ist Liebe. Wir wissen: Wir Christen sollen einander lieben. Und dann fällt alles, was wir über Gott glauben, in Gemeinden oder mit anderen Christen erleben, in den Kontext der Liebe. Aber nicht alles, was als Liebe bezeichnet wird, ist auch Liebe. Ich habe immer gedacht: Wenn ich unter Christen bin, bin ich in einem liebevollen und geschützten Rahmen. Einer Art Himmel auf Erden. Aber so war es in meinem Leben nicht. Auch unter Christen, habe ich Verletzungen erlebt und vieles gesehen, was nicht gut war. Wir leben in einer gefallenen Welt und unsere Erkenntnis ist Stückwerk. Keine Gemeinde, kein Mensch zeigt uns vollkommene Liebe. Wir können sie nur bei Gott Stück für Stück entdecken. 

Gott neu kennenlernen 

Diese Krise war für mich so wichtig, weil ich dadurch heute endlich Gottes Liebe tief in meinem Herzen spüren kann. Nach meiner Sendepause mit Gott konnte ich ihm neu und anders begegnen. Plötzlich redete ich in meinem Herzen wieder mit Gott. Auf der Toilette einer verrauchten Kneipe. Eigentlich waren wir gerade auf einem christlichen Kongress, aber wir brauchten eine Pause. Und so waren wir in dieser Kneipe gelandet und hatten so gute und befreiende Gespräche, dass ich plötzlich wieder mit Gott reden konnte. Diese Kneipe wurde zu einem heiligen Ort für mich. Einem Ort der Gottesbegegnung. 

Ich wusste: Gott wartet auf mich. Und endlich war ich wieder so weit, mit ihm zu reden. Und da in dieser Kneipe, wo es kein Muss mehr von außen gab, da redete ich in meinem Herzen plötzlich einfach los mit dem, der die ganze Zeit liebevoll auf mich gewartet hatte. Und seitdem lerne ich Gott neu und anders kennen und lieben. Seitdem kann ich Stille Zeit als etwas Wertvolles erleben, es ist meine Kraftquelle im Alltag. Meine Begegnung mit dem Gott der mich liebt. 

Und heute?

Leistungsgedanken kenne ich immer noch. Sie ploppen immer mal wieder auf. Und trotzdem ist es jetzt anders. Ich habe dieses tiefe Vertrauen entwickelt, dass ich von Gott angenommen bin. Mir ist heute so bewusst, dass er mich rettet und nicht ich mich selbst. Deshalb können mich Leistungsgedanken heute nicht mehr so tief treffen und ich erkenne sie auch schneller und kann sie schneller wieder loslassen. 

Und auch wenn ich versuche, jeden Tag Zeit mit Gott zu verbringen, ist das für mich heute kein Druck mehr. Etwas hat sich in meinem Herzen verändert. Ich sehne mich danach, Zeit mit Gott zu verbringen. Ich tue es nicht, weil ich muss, sondern weil ich es brauche. 

Vor einigen Jahren hat mich eine Freundin eingeladen, mit ihr und einigen anderen Frauen gemeinsam in der Bibel zu lesen. Wir haben Pläne herausgesucht, die jede dann für sich gelesen hat und alle paar Wochen haben wir uns ausgetauscht. In so einer Gruppe bin ich bis heute. Denn ich habe festgestellt, wie gut mir das tut. Das heißt nicht, dass jeder das genauso machen muss. Denn es geht nicht um die Form. Es geht um uns. Und um unsere Beziehung zu Gott. 

Es geht darum, ehrlich in uns hineinzuhören und ihm dann genau das zu sagen. Es geht darum, ihn auf unsere Art zu suchen. Und es geht um ihn, der genau da, wo wir sind, schon liebevoll auf uns wartet. 

Feldblumen am Wegesrand

Vom Entscheiden, Zweifeln und einem Geschenk

Die letzten Wochen waren aufregend, denn da lag auf einmal etwas Neues vor meinen Füßen. Und ich stand vor der Frage mache ich es oder nicht. Und während auf der einen Seite der Wunsch wuchs es einfach zu machen, meldete sich auch der Zweifel: Darf ich das denn? Ist das nicht zu viel? Nimmt es nicht zu sehr die Zeit von etwas anderem weg?

Keine Angst vor Entscheidungen

Früher hätte ich mir oft gewünscht, dass es bei Entscheidungen diesen Zettel vom Himmel geben würde. Ja manchmal da würde ich gerne Entscheidungen abgeben. Allerdings hatte ich früher auch einen Glauben, in dem ich dachte es geht darum alles richtig zu machen. Und dazu gehörte für mich keine falsche Entscheidung zu treffen.

Heute glaube ich, dass Gott uns zu verantwortungsvollen Menschen gemacht hat, die in der Lage sind zu entscheiden. Und wenn wir mit Gott im Leben unterwegs sind, dann können wir im Gespräch mit ihm, Entscheidungen treffen – meistens auch ganz ohne Zettel vom Himmel. Es ist kein Ratespiel, sondern eher eine Beratung. Und ich bin mir sicher, dass auch eine falsche Entscheidung keine so große Katastrophe ist, wie mein Gefühl mir schon so oft gesagt hat. Denn auch wenn wir mal falsch abbiegen, sind wir nicht allein unterwegs und haben Gott immer noch an unserer Seite.

Meine Entscheidung

Zurück zu meiner Entscheidung: Was da vor meinen Füßen lag, war die Überlegung meine Selbstständigkeit um eine weitere Säule zu erweitern. Eine Säule, die sich noch leichter mit kleinen Kindern, kranken Kindern und Ferien vereinbaren lässt. Eine Säule die mir unglaublich Spaß machen würde. Eine Säule die an Themen anknüpft die mir schon lange wichtig sind und mich beschäftigen. Es war wie ein Geschenk, das Gott mir vor die Füße gelegt hat. Und so entschied ich mich, es zu machen.

Und die Zweifel kamen wieder

Und doch mischten sich über die Freude und Dankbarkeit darüber doch immer wieder Zweifel: Zweifel, ob das nicht zu viel Zeit von anderen Dingen in meinem Leben nimmt. Solche Zweifel kenne ich schon von mir. Ich hinterfrage gerne und gründlich und es ist nicht die erste Entscheidung bei der sich Vorfreude und Zweifel mischen. Doch Zweifel lähmen. In der Bibel gibt es im Jakobusbrief einen Vers dazu:

„Wenn es einem von euch an Weisheit fehlt, soll er Gott darum bitten. Er wird sie erhalten. Denn Gott gibt sie allen vorbehaltlos und macht niemandem einen Vorwurf. Der Bittende muss aber ganz auf Gott vertrauen und darf nicht zweifeln. Denn wer zweifelt, gleicht den Wellen im Meer, die vom Wind hin und her getrieben werden.“ (Jak 1,5-6)

Zweifel bremsen aus. Wer zweifelt kommt nicht voran. Daher habe ich um Weisheit gebeten. Meine Zweifel geprüft. Die Entscheidung getroffen weiter zu gehen. Und ich vertraue, dass Gott mich lenken wird. Ich kann im Voraus nie 100% sicher sein, was der richtige Weg ist. Aber ich kann im Vertrauen losgehen und die zweifelnden Gefühle aushalten. Denn mittlerweile glaube ich, dass es manchmal schlimmer ist uns von Angst und Zweifeln lähmen zu lassen, als mal falsch abzubiegen.

Was ich nun mache

Und deshalb lasse ich die Zweifel hinter mir und freue mich darüber, dass ich seit ein paar Wochen im Empfehlungsmarketing arbeiten darf und Ringana Frischepartnerin bin. Wenn dich interessiert warum und was das ist, dann frag mich gerne oder schau demnächst mal auf Instagram vorbei.

Aber jetzt erzähl mir gerne in den Kommentaren, wie geht es dir mit Entscheidungen und Zweifeln?

Blumenwiese

Wie ich die Leichtigkeit entdeckt habe

Ich sitze auf der Terrasse, mit meinem Kaffee in der Hand. Nach einer richtig unruhigen Nacht habe ich jetzt einen ruhigen Moment und denke: JETZT muss ich lernen zu entspannen. Und zwar nicht nur dann, wenn um mich alles ruhig ist, nein gerade wenn es chaotisch und unruhig ist und alles andere als rund läuft. Unser drittes Kind war gerade auf die Welt gekommen und die Nacht hatte mir deutlich meine Grenzen aufgezeigt.

Ich hatte so eine Vorahnung, dass es wild werden würde und meine innere Ruhe nicht mehr von der äußeren Ruhe abhängig sein konnte – eine Vorahnung, dass ich Leichtigkeit brauchen würde, etwas was mir noch ziemlich fremd war.

Die Lasten, die ich gar nicht tragen muss

Die ersten Monate zu fünft haben sich angefühlt wie fahren mit Vollgas. Und auch die nächsten Monate haben mir nicht nur meine Grenzen aufgezeigt, sondern mir auch jede Menge Lasten zu Tage befördert, die ich ganz unbewusst mir mir herumgeschleppt habe. Ich hatte schon öfter gehört, dass die eigenen Kinder uns herausfordern in unserer Persönlichkeit zu wachsen und unsere eigenen Themen zu bearbeiten. Und das habe ich jetzt mit drei Kindern so richtig erlebt. Und während ich all das, was da so kam, aufarbeite, entdecke ich plötzlich die Leichtigkeit für mich.

Ich dachte immer Leichtigkeit wäre nicht mein Thema und passt irgendwie nicht zu mir. Ich dachte für Leichtigkeit bräuchte man ein leichtes Leben und leicht hat sich mein Leben oft nicht angefühlt. Aber in den letzte Monaten habe ich festgestellt, dass ich auch jede Menge Lasten trage, die ich gar nicht tragen brauche:

  • Sorgen, die ich an Gott abgeben darf
  • Lasten die nicht meine sind, wie die Erwartungen anderer
  • negative Glaubenssätze die ich als Kind einmal gelernt habe, und vieles mehr.

Und diese Lasten waren schon immer meine Themen – auch hier auf dem Blog habe ich über Sorgen, Loslassen, Ausmisten und negative Glaubenssätze geschrieben. Ich habe nach dieser Leichtigkeit gesucht ohne zu wissen wonach ich suche.

Leichtigkeit einziehen lassen

Jetzt darf sie einziehen die Leichtigkeit in mein Leben. Und für mich fängt das schon damit an, dass ich mir sage, es darf leicht sein. Ich darf meine Lasten Jesus überlassen und dann durch all den Trubel gehen und ihn voller Vertrauen leicht nehmen.

Jesus sagt „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

Die Bibel – Matthäus 11,28-30

Schreib mir gerne, wie geht es dir mit der Leichtigkeit?

Kreativität - Aquarellfarben und Pinsel

Wie ich Gott in der Kreativität suche

Dieses Jahr habe ich mir für die Fastenzeit vorgenommen, Gott in der Kreativität zu suchen. Die Idee habe ich von Anne, die hier darüber schreibt. Irgendwie hat es mich gepackt und ich dachte, da mache ich mit.

Was hab ich mir nur dabei gedacht

Nach ein paar Tagen, in denen ich hier und da versucht habe mit Stift und Papier Bibelverse kreativ zu gestalten, habe ich meinen Entschluss schon bereut. Irgendwie war es wie eine Pflicht oder noch ein ToDo auf der schon so langen Liste. Dabei hatte ich doch dieses Jahr eigentlich sowieso vor, meiner Kreativität wieder etwas mehr Raum zu geben.

Also startete ich nochmal neu. Ich sammelte, was ich wirklich gerne ausprobieren oder mal wieder machen wollte und da gab es vieles: Ausmalbilder, Aquarell, Lettering, Fotografieren, Designen am Computer, und noch einiges mehr. Ich musste mir erstmal die Erlaubnis geben, all die vielen Dinge auszuprobieren, die ich weit weg geschoben hatte, weil ich doch dafür keine Zeit habe gerade.

Und plötzlich kam etwas in Gang

Und während ich anfing einfach auszuprobieren, entdeckte ich plötzlich Seiten an mir, die ich lang vergraben hatte. Es war ein bisschen wie ein Aufatmen. Am Anfang stand ich mir selbst im Weg, weil ich dachte ich muss diese kreativen Zeiten ein bisschen wie Stille Zeit gestalten und auf jeden Fall Bibelverse miteinbeziehen, damit ich darin Gott suche. Doch mir wird schon seit einer ganzen Weile immer wieder bewusst: Ja Bibel und Gebet ist für meinen Glauben unglaublich wichtig, aber Gott ist darauf nicht begrenzt, er kann mir eigentlich in fast allem begegnen. So auch in meiner Kreativität. Er hat ja diese Kreativität in mich hinein gelegt. Und während ich sie wiederentdecke, begegne ich auch ihm.

Mein Blick für die Schönheit öffnen

Ich laufe meine Kinderwagenrunde und staune – wieder einmal – über die Natur. Ich denke darüber nach, wie schön und verschwenderisch Gott seiner Kreativität in der Natur freien Lauf gelassen hat. Das Kreativsein hat meinen Blick noch einmal mehr für schöne Dinge geöffnet. In meinem Alltag versuche ich oft strukturiert, fokussiert und effektiv zu sein und es schön zu machen fällt oft hinten runter. Nun begegne ich Gott darin, dass auch er es schön gemacht hat und an Schönheit hat er nicht gesparrt. Ich suche ihn in der Kreativität und entdecke ihn in der Schönheit, die es im großen und kleinen und eben auch im Alltag gibt.

Kreativität Blumen
Bild vom Workbook

Raus aus der Unzufriedenheit

Plötzlich war da nur noch Kritik in mir. Und jede Menge Ärger, berechtigter Ärger, wie ich fand. Und wenn ich mit den richtigen Leuten zusammen war, dann konnten wir uns darüber stundenlang austauschen. Das tat zwar gut, aber irgendwie wurde es nicht besser dadurch. Irgendwie war es ganz schön dunkel in mir geworden. Ich war so unzufrieden. Ich war am kämpfen, aber egal was ich machte, es änderte sich nichts.

In dem Coaching, das ich daraufhin anfing, sagt meine Coachin einmal „love it, change it or leave it“. Für mich stellte sich heraus, weder „love it“, noch „change it“ funktionierte, also wählte ich den dritten Weg: „Leave it“. Und jetzt stand ich da, wie vor die Wand gelaufen. Das war doch das was ich wollte, nur war es einfach nicht wie ich es wollte. Meinen beruflichen Traum, den gab es nicht mehr. Also musste ich von vorne anfangen: Wer bin ich? Was will ich? Was will ich nicht? Was ist mein Platz in diesem Leben? Was ist Gottes Platz in diesem Leben für mich? Was ist meine Berufung?

Mein Weg aus der Unzufriedenheit

Es begann ein Prozess, der mich aus meinem Loch rausholte, mir eine Perspektive und neue Freiheit gab. Ein Prozess bei dem mir viele Dinge geholfen haben: Auszeiten und Ausprobieren, ins kalte Wasser springen und meine Grenzen setzen, Träumen und Tun, Gespräche mit Freunden und Gespräche mit meiner Coachin. Weiterbildungen und Selbstcoachingtools.

Besonders lieben gelernt habe ich in dieser Zeit all das, was ich in meiner Coachingausbildung gelernt habe. Zum Beispiel finde ich es so faszinierend, was es für eine Auswirkung haben kann, welche Worte ich wähle und wie ich eine Frage stelle. Wie Fragen meine Aufmerksamkeit und meinen Blick lenken können. Und ich dadurch plötzlich selbst Lösungen sehen kann, die ich vorher nicht gesehen habe.

Unser Workbook

Und auch wenn ein Coachinggespräch mit einem Gegenüber sich nicht ersetzen lässt, habe ich auch Selbstcoachingtools lieben gelernt, um mich neu auszurichten. Und deshalb habe ich zusammen mit meiner Freundin Mareike ein Workbook erstellt: „Raus aus der Unzufriedenheit“. Es ist voller Fragen und Aufgaben, die man machen kann, wenn man feststeckt. Es ist ein Workbook für dich, wenn du weißt, so soll es nicht weitergehen. Dann kann es dir helfen, dir selbst kleine Schritte zu erarbeiten, mit denen du Veränderung anstoßen kannst.

Und ich freue mich so unglaublich, dass es endlich fertig ist. Und ich hoffe, dass es Vielen helfen kann, den Weg raus aus der Unzufriedenheit zu finden. Du findest es hier in meinem Etsy Shop.

Wie Glaubenssätze unseren Glauben beeinflussen

Hattest du schon den Gedanken: Die habens ja leichter, die sind ja nicht gläubig? Ich hatte diesen Gedanken neulich und er hat mich hellhörig gemacht.

Wie mir neulich mal wieder bewusst wurde: da passt etwas nicht

Aber von vorne: Ich schob mein Sohn in den Schlaf und grübelte über einer Entscheidung. Diese Entscheidung rief unerwartet starke Emotionen in mir hervor. Ich fühlte mich unglaublich schlecht. Und diesen schlechten Gefühlen versuchte ich auf den Grund zu gehen. Ich dachte an andere, die ähnliche Entscheidungen getroffen hatten, und plötzlich schoss mir eben dieser Gedanke in den Kopf: Die habens ja leichter, die sind ja nicht gläubig.

Im selben Moment hielt ich inne. Warum denke ich das? Ist das wirklich so? Ich stellte fest, dass ich Angst habe einen Fehler zu machen. Weil da irgendwo die Überzeugung in mir schlummert, dass ich als Christ keine Fehler machen darf. Und plötzlich erschrecke ich über meinen Gedanken, das ist doch das komplette Gegenteil von dem woran ich glaube.

Ich glaube ja, dass für Gott meine Fehler eben kein Problem sind, weil er ja mein Retter ist. Ich glaube, dass Gott mein Hirte ist. Welcher Hirte erwartet denn von seinen Schafen, dass sie von alleine den richtigen Weg finden? Eigentlich habe ich es doch leichter, weil ich einen Hirten habe, der mich führt und bei mir bleibt egal wie ich mich entscheide, der mich sogar sucht, wenn ich mich verlaufe.

Dieser Spaziergang hat mich noch eine ganze Weile beschäftig. Denn er hat mir mal wieder bewusst gemacht was für negative Glaubenssätze mich doch manchmal bestimmen, die einfach falsch sind. In diesem Fall war es mein negativer Glaubenssatz: „ich darf keine Fehler machen“.

Was sind Glaubenssätze eigentlich?

Die Sache mit den Glaubenssätzen ist die, dass sie schon früh in unserer Kindheit geprägt werden. Als Kind helfen sie uns in einer bestimmten Situation und machen Sinn für uns. Und dann denken wir gar nicht mehr darüber nach, aber unbewusst steuern sie uns immer noch. Aber leider nicht immer in eine gute Richtung. Und sie steuern unbewusst auch unseren Glauben, selbst dann wenn wir im Kopf eigentlich etwas anderes glauben.

Ich glaube auf der einen Seite, dass ich mit meinen Fehlern zu Gott kommen kann und auf der anderen Seite versuche unterbewusst auf keinen Fall welche zu machen. Das passt nicht zusammen. Es schränkt mich ein, es beeinflusst meinen Glauben und es steht mir im Weg.

Deshalb dürfen wir aufhorchen, wenn da irgendwas nicht stimmig ist oder wenn wir mit extrem starken Gefühlen auf etwas reagieren. Wir dürfen diesen Glaubenssätzen auf den Grund gehen und sie überprüfen. Wir dürfen sie überschreiben, mit dem was wir heute für wahr halten.

Wie man mit Glaubenssätzen umgehen kann

  1. Hinhören: Höre mal in dich hinein, wenn du unklare oder starke Gefühle oder Gedanken hast: was geht da in dir vor? Welche Gedanken hast du? Welche Gefühle hast du? Welche Überzeugung steckt dahinter? Vielleicht hilft es dir, es auch aufzuschreiben. Kannst du so einen Glaubenssatz, eine innere Überzeugung entdecken?
  2. Prüfen: Glaube ich das denn wirklich? Halte ich das denn immer noch für wahr?
  3. Umschreiben: Wenn du es nicht für wahr hälst, was hältst du denn stattdessen für wahr?
  4. Immer wieder bewusst machen: Halte dir deinen neuen Glaubenssatz immer wieder vor Augen. Sag ihn dir selbst, wenn der alte wieder zum Vorschein kommt. Und gib dir Zeit dabei. Es ändert sich nicht von heute auf morgen. Du warst so lange von einem andern Glaubenssatz überzeugt, das dauert seine Zeit, bis der neue Glaubenssatz sich in deinem Inneren verankert.
  5. Wenn du irgendwo nicht weiter kommst, such dir Hilfe durch Bücher oder auch durch ein Coaching.

Hast du schon mal mit Glaubenssätzen gearbeitet? Hast du schonmal welche bei dir entdeckt?

Entschleunigung

Ich liebe den Sommer. Einfach die Balkontüren aufmachen und den Garten als erweitertes Wohnzimmer nutzen. Baden gehen. Eis essen. Beeren essen. Die Sonne auf der Haut fühlen. Abends draußen sitzen. In der Hängematte liegen. Und noch so viel mehr.

Doch dieses Jahr haben sich da ein paar ungute Gefühle unter die Freude am Sommer gemischt. Kaum wurden die Tage wärmer, musste ich feststellen: Schwanger und Sommer das klappt bei mir nicht so gut. Spätestens nach einem halben heißen Tag war ich platt. Und während ich dann auf der einen Seite anfing zu rechnen, wie lange die Schwangerschaft noch geht, kam von der anderen Seite die Angst den Sommer zu verpassen.

Unfreiwillige Entschleunigung

Ich war also gezwungen zu entschleunigen, mir weniger vorzunehmen, mehr liegen zu lassen und weniger zu planen. Und stattdessen versuche ich ab und zu mit den Kindern im Garten die Beine hochzulegen.

Und auf einmal liege ich in der Hängematte und mir wird bewusst: Dieser Sommer wird zwar anders, aber er wird auch schön. Er wird langsamer. Er wird entschleunigt. Das bedeutet mehr Ruhe, mehr Entspannung, und mindestens genausoviel genießen. Ich muss Dinge liegen lassen, um die Beine hochzulegen, aber dieses Jahr fällt mir das nicht schwer.

Und natürlich heißt in der Hängematte liegen mit zwei Kindern im Garten auch, dass man die Hängematte teilt und dass man meistens doch nach ein paar Minuten wieder aufspringt. Aber wenn es sein muss, ist doch mehr Entschleunigung möglich, als ich im ersten Moment gedacht hätte. Und auch wenn dieser Sommer anders wird als gedacht, es gibt trotzdem unendlich viele Kleinigkeiten zum genießen.

Sommer im Garten

Coping und Reframing

Mein Prozess Frieden mit meiner Situation zu schließen, das ist etwas, das nennt man im Coaching auch Coping oder Reframing.

Ich kann die Situation nicht ändern, dass ich im Sommer dieses Jahr deutlich weniger Kraft habe. Aber ich kann mir überlegen, wie ich damit besser umgehen kann und wie ich diese Situation bewältigen kann. Das ist Coping.

Reframing bedeutet die ganze Situation in einen anderen Rahmen zu setzten. Vorher war mein Rahmen ein Sommer in dem ich aktiv bin und unterwegs bin. Ein Sommer in dem ich effektiv bin und all das erledige wie bisher und eigentlich mit der Selbstständigkeit sogar noch ein bisschen mehr. Jetzt habe ich den Rahmen geändert. Es wird ein Sommer, den ich viele kleine Dinge genieße. Und es wird ein Sommer in dem eben manches liegen bleibt.

Welche Situation ist bei dir gerade nicht ganz so, wie du es dir wünscht? Wie könnte es dir helfen, sie in einen anderen Rahmen zu setzen? Was für Bewältigungsstrategien helfen dir?

Liebe Grüße

Hannah

Wege gehen

Es gibt Neuigkeiten

Heute gibt es hier endlich Neuigkeiten. Auf dem Blog war es ja in den letzten Monaten wieder ziemlich ruhig, da im Hintergrund so einiges an Vorbereitungen lief, denn ich habe mich selbstständig gemacht. Ab jetzt könnt ihr mich gerne für Frauenabende, Frauenfrühstücke und ähnliches einladen oder einen Coaching Termin mit mir ausmachen.

Schon lange träume ich davon Menschen dabei zu begleiten sich zu entfalten und zu entdecken, was Gott alles in sie hineingelegt hat, Visionen zu entwickeln, frei zu werden von einengenden Glaubenssätzen, Probleme zu lösen und Klarheit zu finden. Außerdem träume ich davon Menschen auf ihrem Glaubensweg zu einem befreiten und vertrauensvollen Glauben zu begleiten.

Nachdem ich selbst einen langen Weg von einem einengendem Glauben zu einem befreiten Glauben gegangen bin, wünsche ich jedem, dass er oder sie erleben darf, was für ein Segen und ein Geschenk es ist mit Gott durch dieses Leben zu gehen.

Wer noch mehr wissen will, kann hier zu Vorträgen und hier zum Coaching schauen. Außerdem könnt ihr euch nun auch zum Newsletterversand anmelden, wenn ihr alle News und Beiträge mitbekommen wollt.

Und dann haben wir noch eine weitere Neuigkeit als Familie: Wir bekommen noch mal ein Kind und ab Oktober sind wir zu fünft. Darauf freuen wir uns schon sehr!

Liebe Grüße

Hannah

Babynews