Und plötzlich war so vieles gewachsen. Nach einer langen Zeit voller Warten, war mein Leben auf einmal wie ein wild wachsender Garten. Unter anderem wuchsen drei kleine Kinder und entwickelten sich und ich war dabei zwei Selbstständigkeiten aufzubauen. Und dieses wachsende und blühende Leben hat mich so einiges über Prioritäten gelehrt.
Das Bild vom Garten
In dem Garten vor unserer Tür wachsen leckere Himbeeren. Jedes Jahr wachsen aus weit zurückgeschnittenen Pflanzen große Himbeersträucher mit vielen leckeren Himbeeren dran. Und jedes Jahr im Herbst, werden sie wieder knallhart zurückgeschnitten.
Als mir vor über einem Jahr bewusst wurde, wie viel in meinem Leben gewachsen war, hatte ich für einen Moment dieses Bild vom Zurückschneiden im Garten vor meinem inneren Auge. Nur um es dann sofort wieder weit weg zu schieben, denn nichts von all dem wollte ich irgendwie ausreißen oder zurückschneiden.
Und es „wucherte“ in meinem Lebensgarten
Ich redete mir ein, das schaffe ich schon irgendwie. Und ich schaffte irgendwie schon ganz schön viel, aber nicht so wie ich es wollte. Es fühlte sich ständig nach Hetzen und nicht hinterherkommen und ein bisschen zu sehr nach Überleben an. Und so kam auch hier das ganze Jahr 2025 kein einziger Beitrag. Das Jahr war voll – zu voll.
Was hatte ich eigentlich falsch gemacht? Ich machte mich auf die Suche und fand eine Antwort. Ich hatte vergessen Prioritäten zu setzen. Als ich den Gedanken an das Zurückschneiden in meinem „Lebensgarten“ weggeschoben hatte, hatte ich mich unbewusst gegen ein bewusstes Leben entschieden, in dem ich gut überlegte Prioritäten setze. Jetzt weiß ich, wieso das doch ganz schön wichtig gewesen wäre.
Was ich vom Garten gelernt habe
Zurückschneiden ist hart. Prioritäten setzen ist hart. Es ist immer auch ein Nein zu etwas anderem. Und manchmal entscheiden wir da nicht zwischen blöd und toll sondern zwischen wichtig und besonders wichtig.
Trotz allem heißt zurückschneiden aber nicht, dass ich die ganze Pflanze herausreißen muss. Ich konnte mir nicht vorstellen, irgendeinen Lebensbereich aufzugeben. Aber das hatte ich irgendwie falsch verstanden. Denn die Pflanzen werden ja nicht herausgerissen, sie werden zurückgeschnitten, um besser wachsen zu können.
Und eigentlich ist das mit dem Zurückschneiden doch ein gutes Bild fürs Prioritäten setzen. Wenn ich Prioritäten setze und das übrige „wegschneide“, dann schaffe ich Raum für gesundes Wachstum und gute Früchte.
Ich hab einen Schatz gefunden
Und langsam entdecke ich einen Schatz darin, Prioritäten und damit auch Grenzen zu setzen. Und auch wenn ich wünschte, ich hätte diesen Schatz schon vor einem Jahr gesehen, so hab ich doch aus diesem Jahr vielleicht mehr gelernt, als wenn alles rund gelaufen wäre.
Wie leicht fällt es dir Prioritäten zu setzen und was hilft dir dabei? Ich freu mich auf deine Gedanken in den Kommentaren!
